
Dieses Projekt wird

Förderkennzeichen: 16SV5000, Programm: IKT 2020, Thematischer Schwerpunkt: "Kardiologisches Telemonitoring im Modellversuch - Präventive Mikromedizin PLUS (PMMplus)"
Bluthochdruck ist ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose), Nierenschwäche und Herzinsuffizienz. Allein in Deutschland leiden etwa 10 Millionen Menschen an Bluthochdruck (Hypertonie). Bei etwa 10% der Betroffenen lässt sich der Blutdruck nur schwer einstellen. Wiederum 10% dieser Gruppe sind Kandidaten für eine Langzeitüberwachung.
Zur Blutdruckmessung stehen derzeit mehrere unterschiedliche Systeme zur Verfügung. Grundsätzlich wird zwischen der indirekten, extrakorporalen und der direkten, invasiven Blutdruckmessung unterschieden. Die indirekte Blutdruckmessung wird insbesondere mit Hilfe einer aufblasbaren Manschette an Arm oder Bein (Riva Rocci) kurzzeitig oder langzeitig (24 h) durchgeführt. Dieses extrakorporal eingesetzte System ist jedoch sehr umständlich und stellt für den Patienten vor allem in der Nacht eine große Belastung dar. Ein weiterer Nachteil ist die geringe Messdichte. Für die invasive Druckmessung existieren zum einen Sensoren, die über einen Katheter in die Unterarmarterie eingebracht werden. Hier sind jedoch auftretender Drift und inadäquates dynamisches Verhalten als Probleme zu nennen. Zum anderen besteht die Möglichkeit den Druck über eine mit Flüssigkeit gefüllte Kanüle invasiv zu messen. Auch bei diesem Verfahren treten Drift und Ungenauigkeiten auf sowie besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko.
Im Rahmen dieses vom BMBF geförderten Verbundvorhabens wird ein neuartiges Überwachungssystem entwickelt, das eine quasi-kontinuierliche Blutdruck-, Pulsraten- und Körpertemperaturüberwachung von Hypertonikern über einen Zeitraum von einem halben Jahr ermöglicht.
Das System besteht aus einem implantierbaren Sensor (Außendurchmesser ca. 1mm (3F)), der den Blutdruck mit einer Messrate von 30 Hz abtastet. Die Implantation wird über eine Schleuse in die Arteria Femoralis (Leistenarterie) unter Röntgen-Durchleuchtungskontrolle durchgeführt. Über ein flexibles Kabel wird der in der Arterie liegende Sensor mit einer unter der Haut liegenden Telemetrie verbunden (s. Abbildung). Eine Lesestation wird als extrakorporal tragbare Einheit konzipiert, die über induktive Kopplung drahtlos Energie zur Sendestation sendet und aus dieser anschließend digitalisierte Sensordaten empfängt. Die Übertragung der in der Lesestation gespeicherten Daten zu einer Monitoringstation ermöglicht die Datenvisualisierung, -speicherung und –auswertung.