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Extrakorporale Kohlenmonoxid-Entgiftung

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Hintergrund

Bei einer akuten Kohlenmonoxid-Intoxikation stehen derzeit nur wenige Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Die einzige kausale Therapie besteht in der Verdrängung des Kohlenmonoxids aus der Bindung im Blut durch einen möglichst hohen Sauerstoffpartialdruck. Die effektivste Therapie ist die Gabe von Sauerstoff unter einem erhöhten Umgebungsdruck in einer Druckkammer im Rahmen einer Hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO). Mit dieser effektiven Elimination von Kohlenmonoxid kann jedoch erst nach dem Transport des Patienten in ein Zentrum mit Überdruckkammer begonnen werden, wenn der Patient in einem transportfähigen Zustand ist. Von den 25 Zentren mit Überdruckkammer befinden sich 20 in eingeschränkter Bereitschaft, sodass im Notfall wichtige Zeit verstreicht, bis die HBO-Therapie initialisiert werden kann. Zusätzlich sind die genannten Zentren nicht gleichmäßig in Deutschland verteilt. Bis zum Beginn der Therapie können mehrere Stunden Verzögerung entstehen.

Bei einer Kohlenmonoxid-Intoxikation gilt, je mehr Kohlenmonoxid im Blut gebunden ist, desto stärker ist die Unterversorgung des Patienten mit Sauerstoff. Und je länger Kohlenmonoxid im Blut gebunden ist und mit dem Blut im Körper zirkuliert, desto mehr Kohlenmonoxid lagert sich im Gewebe und vor allem in kritischen Organen, wie Herz und zentrales Nervensystem, ab. Die Gefahr für Langzeitschäden und einen tödlichen Verlauf der Intoxikation steigt.

Projektziel

Um die beschriebene zeitliche Lücke der therapeutischen Möglichkeiten, die sich zwischen der Diagnose einer Kohlenmonoxid-Intoxikation und der HBO-Therapie in einer Überdruckkammer ergibt, zu schließen, soll ein System zur Elimination von Kohlenmonoxid entwickelt werden. Das System soll als kleines, mobiles und tragbares System zur extrakorporalen Elimination von Kohlenmonoxid bei Kohlenmonoxid-Intoxikation als ein neues Therapieverfahren ab Diagnose am Unfallort oder beim Eintreffen in der Klinik angewendet werden können. Mit dem schnellen Einsatz des Systems kann sofort mit der Elimination von Kohlenmonoxid aus dem Blut begonnen werden, weniger Kohlenmonoxid kann sich im Körper anlagern und die Gefahr von Langzeitschäden und schweren Krankheitsverläufen kann gesenkt werden.


Kontakt

Peter Schlanstein, Dipl.-Ing.

Tel.: +49 241 80 89888

Schlanstein(at)ame.rwth-aachen.de


Gefördert durch

Dieses Projekt wird durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen gefördert.


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