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Die Zahl degenerativer Herzerkrankungen steigt in der alternden Bevölkerung rasant. Besonders die Aortenklappe ist häufig von Kalzifizierung und Degeneration betroffen. Viele Patienten mit derartigen Erkrankungen sind aufgrund ihrer Begleiterkrankungen mit den klassischen Verfahren nicht mehr operabel. Abhilfe bietet in diesem Fall die Behandlung mittels Implantation von Perkutanklappen.
Das Forschungsprojekt umfasst die Entwicklung einer minimal-invasiv applizierbaren, selbstexpandierenden und repositionierbaren Aortenklappenprothese mit einem Nitinolstent und Segelblättern aus biokompatiblem Polyurethan. Die Besonderheit dieser Perkutanklappe ist die Wahl von Polyurethan als Segelmaterial. Die Segelblätter derzeitig verfügbarer Perkutanklappen bestehen aus biologischem Gewebe. Die Vorteile von Polyurethan als Klappenmaterial sind unter anderem die geringere Kalzifizierungsneigung, bessere Haltbarkeit und Reproduzierbarkeit. Es wird erwartet, dass Polyurethan eine bessere Resistenz gegen Beschädigung, insbesondere während des Crimp- und Entfaltungsprozesses aufweist.
Bei der Entwicklung der Perkutanklappe soll besonders auf eine anatomisch angepasste Verankerung, sowie die Möglichkeit der exakten Positionierung und Repositionierung der Prothese geachtet werden.
Dieses Projekt wurde im Rahmen des Wettbewerbs Med in. NRW ausgewählt und wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.
Projektinhalte
Um eine geeignete Prothesengeometrie zu designen sind umfangreiche anatomische und konstruktive Studien sowie numerische Berechnungen erforderlich. Diese werden mit in vitro Ergebnissen abgeglichen. Im Rahmen des Projektes soll außerdem ein geeignetes Applikationssystem entwickelt, hergestellt und in vitro getestet werden.
Der letzte Schritt stellt die funktionelle Überprüfung der Klappenprothese in einem Großtiermodell (Schaf) dar.
Projektziel
Ziel ist die systematische Konstruktion und Entwicklung einer künstlichen Aortenklappe zur perkutanen Implantation, die über gute Flusseigenschaften verfügt und keiner dauerhaften Antikoagulation bedarf. Die verwendeten Materialien müssen biokompatibel sein und den Anforderungen an Dauerfestigkeit entsprechen.