Im Rahmen dieses euregionalen Projektes sollen die Kompetenzen unterschiedlicher Institute in der Euregio-Maas-Rhein effektiv gebündelt und so ein kostengünstiges System zur frühzeitigen Brustkrebsdiagnostik entwickelt werden. Insgesamt soll durch die Kombination der Bereiche Mikrotechnologie, Biologie und Medizin ein schnelles, billiges, kostengünstiges und modulares System auf den Markt gebracht werden, welches es ermöglicht auch in Hausarztpraxen eingesetzt zu werden.
Besonders die Früherkennung von Brustkrebs ist ein wichtiger Schritt zu einer effektiven Therapie. Je schneller letztendlich eine Diagnose erfolgt, je schneller kann auch die Behandlung einsetzen und umso größer sind die Chancen eines Therapieerfolgs. Das neue System ist aber nicht nur zu Beginn einer Diagnose, sondern auch nach einer Therapie einsetzbar. Viele Frauen, oder teilweise auch Männer, müssen für die regelmäßigen Nachkontrollen weite Wege zurücklegen bis zu spezialisierte Zentren erreichen in denen die Kontrollen durchgeführt werden. Durch den erheblichen Zeitverlust leidet die Lebensqualität der Betroffenen zusätzlich. Aus diesem Grund ist es durchaus denkbar und auch wünschenswert ein neues System zu nutzen, welches leicht zu bedienen ist, eindeutige und zuverlässige Ergebnisse schnell liefert.
Nach der Identifizierung neuer Tumormarker im Blut von Brustkrebspatienten/innen, ist es Aufgabe der Wissenschaftler am EMI diese Proteine bioinformatisch zu analysieren und daraufhin Bereiche zu definieren, die sich für die Entwicklung neuer Antikörper eignen. Diese Antikörper sollen über unterschiedliche Verfahren der Antikörpertechnologie hergestellt und charakterisiert werden. Zum einen werden dann Volllängenmoleküle als auch kleinere rekombinante Formate in den Biochip überführt und auf deren Eignung zur Erkennung der zuvor identifizierten Antigene in Patientenmaterial analysiert. Parallel zu der Anwendung in der Brustkrebsfrüherkennung sollen auch Oberflächenantigene auf metastasierenden Brustkrebszellen genutzt werden, um solche Zellen rechtzeitig bei Routineuntersuchungen nachweisen zu können.
In enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren, die das Chipdesign realisieren, werden unterschiedliche Funktionalisierungstechniken in Bezug auf deren Eignung im Einsatz in einem Biochipsystem realisiert.