ForSaTum
Institut für Angewandte Medizintechnik
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Thomas Schmitz Rode
Helmholtz-Institut der RWTH Aachen und Universitätsklinikum Aachen

Projektleiterin


Dipl.-Biol. Katharina Kolberg

Tel. +49 241 6085 13241

eMail

Forschungssatellit für eine beschleunigte Umsetzung neuer Tumorbehandlungskonzepte (ForSaTum)

Projektbeschreibung

Trotz bedeutender Erfolge der medizinischen Forschung, welche zur effektiven Früherkennung von Krebserkrankungen und Weiterentwicklung von Therapeutika beigetragen haben, besteht Bedarf neue und vor Allem hochspezifische Diagnostika und Therapeutika in die klinische Anwendung zu bringen. Dazu ist unter Anderem eine effiziente, schnelle und kostengünstige prä-klinische Evaluierung von neuen Wirkstoffkandidaten im Tiermodell notwendig. Die dazu nötigen infrastrukturellen und technischen Voraussetzungen und das nötige Know-How möchte das ForSaTum Konsortium in den nächsten Jahren schaffen bzw. bündeln.

ForSaTum als hochinnovatives Projekt wird im Rahmen des Ziel2.NRW-EU Hightech-Wettberwerbs seit 2010 gefördert. Beteiligt sind verschiedene Partner an der RWTH- und dem UK-Aachen, der Ruhr-Universität Bochum, sowie verschiedene Unternehmen aus NRW.

Die Ziele des Projektes sind:

  • Die Schaffung einer tierexperimentellen Plattform, welche die effiziente Evaluierung neuer Diagnostika und Therapeutika ermöglicht
  • Die Weiterentwicklung molekularer Bildgebungmodalitäten speziell für Imaging im Kleintier
  • Die Entwicklung spezifischer Tumordiagnostika für die molekulare Bildgebung, sowie die Entwicklung spezifischer Tumortherapeutika auf Basis von Peptiden und Antikörpern
  • Die Schaffung einer IT-Plattform zur Studienverlaufsunterstützung, Datenspeicherung und -verarbeitung und Vernetzung der Studienpartner.

 

Augabenbereich des EMI

Zielsetzung des EMI im ForSaTum-Projekt ist die Entwicklung tumorspezifischer Diagnostika und Therapeutika auf Basis von Antikörper-Fusionsproteinen, speziell zur Diagnose und Therapie von Mamma- und Prostatakarzinomen.

Die verwendeten Antikörperderivate binden spezifisch an sogenannte Tumormarker, welche primär auf entarteten Zellen zu finden sind, aber nicht oder nur in geringem Maße in gesundem Gewebe. Damit ermöglichen sie die selektive Erkennung von Tumorzellen. Durch Kopplung eines Antikörperfragmentes an einen Signalgeber können die so entstandenen molekularen Diagnostika nach intravenöser Applikation in eine tumortragende Maus als spezifische Kontrastmittel genutzt werden. Wir haben dazu ein flexibles System etabliert, welches die Kopplung verschiedener Signalgeber (Fluoreszenzfarbstoffe, Nanopartikel, Mikrobläschen) und damit die Nutzung unterschiedlicher Bildgebungsmodalitäten ermöglicht.

Anstelle der Kopplung eines Signalgebers kann durch rekombinante Fusion eines Enzyms an das Antikörperfragment ein sogenanntes Immuntoxin generiert werden, welches nach Aufnahme in die Zellen den Zelltod induzieren. Im Rahmen des Projektes haben wir bis jetzt sowohl diagnostische als auch therapeutische Proteine generiert, welche in vitro und in vivo charakterisiert werden, bevor sie den Projektpartnern für weiterführende Experimente übergeben werden.